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München war anders! - Das NS-Dokumentationszentrum und die dort ausgeblendeten Dokumente

Konrad Löw, Felix Dirsch

16,90 €

Verlag: Olzog

Paperback, 192 Seiten

Lieferstatus: sofort lieferbar

Artikelnummer: 992063

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Das NS-Dokumentationszentrum und die dort ausgeblendeten Dokumente

Was das Münchner NS-Dokumentationszentrum ausblendet

Am Königsplatz, wo das "Braune Haus", die Parteizentrale der NSDAP, stand, wurde am 30. April 2015 das "NS-Dokumentationszentrum München" eröffnet. Die Besucher werden belehrt, dass es sich weder um ein Museum noch um ein Ausstellungshaus handelt, sondern um einen "Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus in München". Wird das Zentrum dieser Vorgabe gerecht?

In der Einführung liest der Betrachter: "In der zerrissenen westdeutschen Nachkriegsgesellschaft hatten sich die wenigen Gegner mit den vielen Mitläufern und Mittätern ... zusammengeschlossen." Der Satz behauptet Tatsachen, die fragwürdig sind, aber offenbar als dogmatische Vorgaben stillschweigend akzeptiert werden sollen: "wenige Gegner", "viele Mitläufer und Mittäter". Doch wer dort Ausschau nach Beweisen hält, sucht vergebens.

Zahlreiche Aufnahmen von Opfern wie von Gegnern werden gezeigt, die Bekundungen der Zeitzeugen bleiben aber fast gänzlich unerwähnt. Warum? Dabei gibt es sie in großer Zahl, wie dieses Buch dokumentiert, etwa mit den Aufzeichnungen von 46 Münchner Juden oder Juden, die sich zum Thema "Münchner" geäußert haben.

Ein Beispiel aus der Fülle der Zeugnisse: Die Führung der SPD, die nach Prag geflohen war, kam zu der Einsicht, man könne trotz aller Bemühungen, trotz der vielen repräsentativen Veranstaltungen und trotz der Sonderstellung, die München als Kunststadt genießt, ruhig sagen: München ist keine nationalsozialistische Stadt und sie ist es auch nie gewesen. Der Nationalsozialismus hat seine Anziehungskraft eingebüßt. Der Münchner erträgt ihn wie eine unabänderliche Schickung des Himmels und sucht auf seine Art, sich herauszuwinden, wo er nur kann, ohne dabei mit den Gesetzen in Konflikt zu geraten. Reisende aus Berlin etwa haben schon oft festgestellt, dass man in München viel freier leben könne, weil schon die ganze Atmosphäre anders sei.

Warum sind derlei Dokumente im Dokumentationszentrum nicht vorhanden? Die offiziöse Antwort lautet: "München sollte als Täterstadt im Vordergrund stehen." Doch die leidgeprüften Münchner von damals haben ein Anrecht auf die historische Wirklichkeit. Stadt und Land sind verpflichtet, dieser Selbstverständlichkeit Rechnung zu tragen.

Olzog Aktuell GmbH, Welser Str. 1, 81373 München

Eigenschaften


Verlag / Herausgeber: Olzog

ISBN-13: 9783957681829

Infos:

Paperback, 192 Seiten


Erscheinungstermin: 16.06.2016

Verpackungsgewicht: 292 Gramm

Verpackungsmaße (LxBxH): 21,5 14,5 1,4 cm
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