»Ein Gespenst geht um in Deutschland: das Gespenst des Künstlers, der nicht nur rechts ist, sondern vielleicht sogar rechts wählt. Bislang galt wie auf Absprache die Maxime, dass der Kulturbetrieb >links< zu sein habe und Künstler per se Linke seien. Aber warum sollte es sich so verhalten? Weil dafür kräftig mit den Steuergeldern der Bürger nachgeholfen wurde?
Matthias Moosdorf, ein Musiker, der mit dem Leipziger Streichquartett in mehr als 60 Ländern konzertierte und über 100 CDs einspielte, sitzt heute als Abgeordneter der AfD im Bundestag. Er nähert sich dem Thema Kulturpolitik wie sonst kaum jemand: Er schaut von beiden Seiten darauf. Ausgehend von seiner Erfahrung als Künstler analysiert er die Malaise unserer Kultur: den Verlust ästhetischer Maßstäbe, die politische Instrumentalisierung der Kunst, den Verfall der Bildung und die Diffamierung der westlichen Zivilisation. Der öffentlich geförderte Kulturbetrieb, erklärt Moosdorf, könne so nicht weiter bestehen.
Aber lässt sich dieser Kulturbetrieb überhaupt reformieren? Moosdorfs Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, ästhetische Urteilskraft und künstlerische Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Er fragt nach so naheliegenden Dingen wie der Zukunft der Kulturförderung in Zeiten immer knapperer Kassen, wem eigentlich das Theater gehört und warum der Bürger nicht mehr Einfluss auf die Programme erhält, die er letztlich finanziert. Für direkte Bürgerbeteiligung am Spielplan der Bühnen oder für die Neugestaltung von Museen macht er interessante Vorschläge.
Vor allem aber stellt Moosdorf klar, dass rechte Kulturpolitik nicht einfach die Umkehrung linker Kulturpolitik sein kann, sondern dass ihre wesentliche Mission darin besteht, Staatsferne und Wettbewerb durchzusetzen – und vor allem eines zu garantieren: die künstlerische Freiheit.« Michael Klonovsky
Künstlerische Freiheit statt Ideologie
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