Warum wirkt die DDR-Geschichte bis heute in der gespaltenen Gesellschaft nach?
Die Geschichte der DDR und die diktatorische Herrschaft der SED gehören zwar »offiziell« zur Erinnerungskultur des vereinten Deutschlands, aber Lehren aus der DDR-Geschichte sind kaum in die politische Kultur der Bundesrepublik eingegangen. Während auch heute noch häufig negativ auf den Nationalsozialismus Bezug genommen wird, gibt es keine vergleichbaren Rückgriffe auf die DDR-Geschichte. Mehrheitlich neigen Ostdeutsche bis heute eher zu einer wohlwollenden Betrachtung der SED-Diktatur und betonen in ihrer Erinnerung das eigene Leben und ihre Alltagserfahrungen.
- Verklärte Erinnerung: wer sich in der Diktatur "eingerichtet" hatte, nahm Reglementierungen nur eingeschränkt wahr.
- Relativierung: negative DDR-Erfahrungen relativieren sich für manche durch ebenfalls negative Erfahrungen im wiedervereinigten Deutschland.
- Schwindende Erinnerung: seit 1990 erinnern sich immer weniger Ostdeutsche an unerträgliche Lebensverhältnisse in der DDR.
Die letzten gut drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung können ohne faktenbasierte Betrachtung der Zeit vor und nach 1990 nicht angemessen verstanden werden, so das Ergebnis des renommierten Zeithistorikers Klaus Schroeder. Die Entwicklung beider deutscher Staaten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Prozess der Wiedervereinigung nach 1989 und die aktuelle Geschichte des vereinten Deutschlands, nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Rechtsextremismus und Antisemitismus, stehen im Fokus des Buches, um insbesondere junge Menschen zum Fragen und Nachdenken zu ermuntern.
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Paperback, 180 Seiten